2022 Jugendbegegnung in St-Quentin-Fallavier

Burgen, Berge und Begegnungen

Freigerichter Jugendliche treffen sich mit Gleichaltrigen in Saint-Quentin-Fallavier

Freigericht (jus). Begegnung, Austausch und spannende Erlebnisse: Ende Juli ging es für vier Jugendliche aus Freigericht gemeinsam mit zwei Betreuerinnen in die Partnergemeinde Saint-Quentin-Fallavier in Frankreich. Vom Themenschwerpunkt Mittelalter über einen Ausflug in die Berge bis hin zu einem Besuch im Freizeitpark warteten hier viele erlebnisreiche Aktivitäten auf die Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren. Eine gelungene Wiederaufnahme der Jugendbegegnung nach zweijähriger Corona-Pause.

Die letzte Jugendbegegnung hatte 2019 in Freigericht stattgefunden. Hier hatten Jugendliche aus Freigericht, Saint-Quentin-Fallavier (Frankreich) und Gallicano nel Lazio (Italien) spannende Tage miteinander verbracht und sich gegenseitig kennengelernt. Dann kam die Pandemie, und die Begegnungen mussten pausieren. Sehr schade, wie Dr. Jelena Hofmann, Jugendwartin des Komitees für europäische Verständigung Freigericht, findet. Im Frühjahr dieses Jahres, als Vertreter des Komitees nach Verdun gefahren waren, um gemeinsam mit Vertretern des französischen Komitees ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine zu setzten, habe es erste Gespräche zu einer Redynamisierung der Jugendbegegnung gegeben. Auch wenn sich hierbei dieses Mal nur Jugendliche aus Freigericht und Saint-Quentin-Fallavier trafen, sei die Begegnung nach zweijähriger Pandemiepause ein wichtiger Schritt nach vorn gewesen, ist sie überzeugt. Dass zwei der ursprünglich geplanten sechs Teilnehmer kurz vor der Abreise erkrankten, sei dabei sehr schade gewesen.

Spannende Wettkämpfe beim Kegeln und Jakkolo

Für die anderen ging es am 24. Juli mit dem Zug in die französische Partnergemeinde, wo sie von ihren Gastgebern am Bahnhof herzlich in Empfang genommen wurden. Nach dem gegenseitigen Kennenlernen stand zunächst ein kleiner Spielemarathon auf dem Programm, bei dem die Jugendlichen sich beim Kegeln oder Jakkolo spannende Wettkämpfe lieferten. Als Themenschwerpunkt für die Woche hatten sich die Jugendlichen im Vorfeld intensiv mit dem Thema Mittelalter beschäftigt und gaben sich gegenseitig in kleinen Vorträgen Einblicke in diese Zeit in Frankreich und Deutschland. Von der Theorie in die Praxis ging es dann bei einem Besuch des Chateaus de Fallavier, bei dem sich die Jugendlichen im Bogenschießen ausprobieren konnten oder unter fachkundiger Anleitung nach historischem Vorbild eigene Münzen herstellen durften. Ein mittelalterliches Mahl und ein stimmungsvoller Gruppentanz in der Burg rundeten die kleine Zeitreise stimmungsvoll ab. Beim Ausflug nach Chamrousse in den Bergen stand alles im Zeichen der Bewegung: Hier wurde gemeinsam gewandert, gepaddelt und beim Besuch des Klettergartens Balancegefühl bewiesen.

Und beim Besuch des Freizeitparks Walibi kam der Spaß ebenfalls nicht zu kurz. Bei so viel Abwechslung kommt natürlich die Frage auf, was am schönsten war? „Eigentlich dass wir immer alles zusammen gemacht haben“, findet Sina Bierhorn. „Das war einfach sehr schön.“ Die 16-Jährige hatte bereits 2019 an der Begegnung in Freigericht teilgenommen. Bei ihrer Gastfamilie in Frankreich hat sie sich sehr wohlgefühlt. Den Einblick in den Alltag der französischen Familie fand sie dabei ebenfalls sehr spannend, ebenso das Kennenlernen der anderen Mentalität. „Die Menschen waren alle sehr offen und freundlich“, findet sie. Ein besonders großes Lob verdient ihrer Ansicht aber auch Jelena Hofmann als Herz der Jugendbegegnung: „Ohne Jelena wäre es etwas ganz anderes“, ist sie überzeugt. Sie habe einfach immer gute Laune und sei voll dabei. Die Leidenschaft und Begeisterung der Jugendwartin färbt dabei einfach ab. Aber auch für Ramona Jasch, die als zweite Betreuerin kurzfristig eingesprungen war, war die Fahrt nach Frankreich ein spannendes Erlebnis. „So etwas müsste es noch viel öfter geben“, findet sie. Eine Einschätzung, die durch die Rückmeldung der Jugendlichen bestätigt wird, wie Hofmann ergänzt: „Sowohl die französischen als auch unsere Jugendlichen haben den Wunsch geäußert, sich gerne zweimal im Jahr treffen zu wollen“. So könnte das Gefühl der Zusammengehörigkeit länger erhalten bleiben. Wie es mit der Jugendbegegnung auch im Hinblick auf die anhaltende Pandemie weitergeht, steht zurzeit noch nicht fest. In Kürze finde aber ein Arbeitstreffen der drei Komitees in Würzburg statt, bei dem sicherlich intensiv darüber gesprochen werde. „Der Wunsch der Jugendlichen ist auf jeden Fall, sich möglichst bald wiederzusehen“, fasst Hofmann zusammen.



Quellenangabe: Gelnhäuser Neue Zeitung vom 18.08.2022, Seite 21

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